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Die Istanbul Konvention – und warum diese für unsere Arbeit wichtig ist

Diese Konvention wurde 2011 in Istanbul vom Europarat als völkerrechtlicher Menschenrechtsvertrag beschlossen und ist im Februar 2018 in Deutschland in Kraft getreten. Sie basiert auf der Tatsache, dass in der EU nahezu ein Viertel aller Frauen schon mindestens einmal im Leben physische Gewalt erlebt haben. Sie stellt das erste rechtsverbindliche Instrument in Europa dar, das Mindeststandards für die Rechte, den Schutz und die Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen festlegt, d.h. dass diese ein Recht auf niederschwellige, spezialisierte, barriere- und diskriminierungsfreie Unterstützung haben.Die unterzeichnenden Staaten haben somit die Aufgabe, ihr nationales Rechtssystem mit der Konvention in Einklang zu bringen. Anders ausgedrückt: Bund, Land und Kommune sind verpflichtet, ein niederschwelliges und (zahlenmäßig) ausreichendes Angebot zur Beratung und Betreuung von Frauen in Not und deren Kindern finanziell und logistisch abzusichern. 

Was bedeutet das jetzt für Fürth?  In diesem Newsletter möchten wir uns zunächst auf die stationäre Versorgung von Betroffenen beschränken, denn bei der ambulanten Beratung hat sich bereits viel zum Positiven verändert! 

Laut Empfehlung der Task Force des Europarates und in der Richtlinie zur Förderung zusätzlicher Frauenhausplätze des Bay. Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales (festgeschrieben Sept. 2019) ist eine Kapazität von einem Platz im Frauenhaus pro 10.327 Einwohner_innen von 18 bis 80 Jahren vorzuhalten.  Mit den fünf Plätzen, die für Stadt und Landkreis Fürth derzeit angeboten werden können ist eine eklatante Unterversorgung festzustellen! 
Wir vom Verein arbeiten daran, dass dieser Missstand verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt – denn nach dem Beschluss der Istanbuler Konvention sollten zumindest zehn Plätze  für Stadt und Landkreis zur Verfügung stehen!


Dies spiegelt sich wider in der Anzahl der Anfragen für Aufnahme in das Frauenhaus, die abgewiesen werden müssen – es sind viel zu viele und die Warteliste ist groß! 

geschrieben von

Miriam