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Fünfzehn Jahre Frauenhaus Fürth

Das Fürther Frauenhaus kann auf 15 Jahre äußerst erfolgreiche Arbeit zurückblicken

FÜRTH – Eine Zuflucht in größter Not ist das Fürther Frauenhaus. Viel Leid hat die Einrichtung bereits gesehen. Doch am Wochenende gab ausgelassene Freude den Ton an. Das 15-jährige Bestehen des Frauenhauses war Anlass zu einer fröhlichen Feier im Stadelner Gemeindezentrum der Christuskirche.

Eine Dauerbaustelle ist das Frauenhaus, dessen Adresse zum Schutz der hier Beherbergten nicht an die große Glocke gehängt werden soll, nicht nur für Handwerker. Auch in sozialer Hinsicht hat die Aufgabenfülle nicht nachgelassen.
Für die SPD-Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht ist es als Vorsitzende des Frauenhausvereins noch immer erschreckend, dass es Einrichtungen wie die Fürther Zuflucht für misshandelte Frauen überhaupt noch braucht. Noch immer sei die Problematik der häuslichen Gewalt nicht genug bekannt. Rupprecht, die auch als Koordinatorin einer EU-Kampagne gegen die geschlechtsspezifische Form der Gewalt auftritt, weiß allerdings auch, dass Frauen in vielen anderen europäischen Ländern noch wesentlich übler dran sind.

Wertvolle Arbeit
In Deutschland gebe es ein gutes Netz der Hilfe und große Bereitschaft ehrenamtlicher Helfer. Ohne letztere könnte auch das Fürther Frauenhaus kaum existieren. "Durch ehrenamtliche Arbeit haben wir dem Steuerzahler in den 15 Jahren des Fürther Frauenhauses rund 1,1 Millionen Euro erspart", rechnet Rupprecht vor. Das bezieht sich auf die ehrenamtlichen Arbeitsstunden bei einem fiktiven Bruttolohn von zehn Euro. Einschließlich der Spenden seien es sogar 1,3 Millionen Euro.
Dass die Stadt die Arbeit mit Zuschüssen stets unterstützt hat, rechnet Rupprecht der Kommune hoch an. 15 bis 20 Ehrenamtliche ermöglichen neben den sieben Vorstandsfrauen die Arbeit des Fürther Frauenhauses. Das bunt gemischte Publikum ist für die Betreuerinnen eine große Herausforderung. Der Anteil von Migrantinnen hat stark zugenommen. Mindestens neun Sprachen werden innerhalb eines Jahres im Fürther Frauenhaus gesprochen. Wertvoll ist in diesem Zusammenhang die Kooperation mit der Kulturbrücke der Arbeiterwohlfahrt.
840 Frauen und 925 Kinder sind seit der Eröffnung bereits aufgenommen worden. Die Verweildauer ist sehr unterschiedlich und liegt zwischen acht Tagen und einem halben Jahr. Nur etwa ein Drittel der zwischen 21 und 40 Jahre alten Frauen geht zu ihren Partnern zurück.

40 Prozent aus Fürth
Rund 40 Prozent der Frauenhausbewohnerinnen kommen aus dem Bereich der Stadt, nur 12 bis 15 Prozent aus dem Landkreis – weil insbesondere Frauen aus dem südlichen Landkreis stark nach Nürnberg tendieren. Dafür stammen 25 bis 30 Prozent der Bewohnerinnen aus Nürnberg. Die Übrigen suchen auf der Durchreise Zuflucht in Fürth.
Rupprechts sehnlichster Wunsch: "Dass wir weiter finanziert werden und dass sich immer ehrenamtliche Kräfte finden, die auch an Wochenenden und nachts Dienst tun, damit das Fürther Frauenhaus existieren kann."
Über mangelnde tatkräftige Unterstützung kann die Vereinschefin nicht klagen. Das betrifft vor allem die Hilfe bei Überschwemmungen – erst im Sommer stand das Frauenhaus nach starkem Regen wieder unter Wasser. Einen Rückblick auf 15 Jahre Fürther Frauenhausarbeit erlebte das Publikum in entspannter Atmosphäre im Gemeindezentrum. Beschwingt unterhielten die "Schicken Swingschnitten", pointierte Kabaretteinlagen setzten dem Ernst des Lebens einen heiteren Akzent entgegen.

VOLKER DITTMAR

Fürther Nachrichten, 05.12.07

 

 

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