LOGO FRAUENHAUS platzhalter
Presse
impressum.html
Kontakt
 

 

Hermanns Bonuspunkte
Benefizgala zum 20-Jährigen des Frauenhauses

FÜRTH - Seit 20 Jahren bietet das Frauenhaus Fürth geschlagenen und misshandelten Frauen und ihren Kindern Zuflucht. Mit einer großen Benefizveranstaltung in der Comödie feierte der Verein für Frauen in Not am Montag sein rundes Jubiläum — leider, wie man fast sagen muss, denn auch nach zwei Jahrzehnten hat sich an der Notwendigkeit dieser Einrichtung nichts geändert.

Rund 1000 Frauen und 600 Kinder hat das Frauenhaus in all den Jahren beherbergt und musste oft genug wegen voller Belegung Betroffene weitervermitteln, berichtete Vorstandsvorsitzende Silke Rick in einem kurzen Rückblick den Festgästen im ausverkauften Haus. Am 1. Dezember 1990 hatten Marlene Rupprecht, Gabriele Küffner, Michaela Mann, Petra Guttenberger, Marianne Niclaus, Anny Heike, Elisabeth Reichert und Elke Übelacker den Trägerverein gegründet.

„Die Hartnäckigkeit der Frauen damals war ganz wichtig“, bescheinigte Oberbürgermeister Thomas Jung, Schirmherr der Benefizgala, den Gründerinnen. Wie das Stadtoberhaupt bekannte, müsse man sich für die früheren Diskussionen im Stadtrat fast schämen. Die Männer seien damals „zuerst skeptisch, dann staunend gewesen und jetzt bewundernd“, so Jung. Er lobte die Leistungen aller im Frauenhaus Aktiven als „großartig und vorbildlich“ und versprach: „Wir lassen euch nicht hängen.“

Damit war dann auch schon die Bühne frei für ein höchst unterhaltsames Festprogramm in der Comödie, die den Saal kostenfrei zur Verfügung stellte. Auch die Künstler des Abends traten ohne Honorar auf; so kamen die Einnahmen aus dem Kartenverkauf ganz dem Frauenhaus zugute.

Die musikalische Klammer des Abends bildete die fabelhafte Damenkapelle Die Schicken Swingschnitten mit Gast-Sängerin Joan Croker. Als spritziger Moderator erwies sich Klaus Karl-Kraus. Hermann alias Werner Hofmann, bekannt vom Duo „Hermann und Hermine“ beim Veitshöchheimer Fasching, hatte mit seiner Schilderung von Bonuspunkten fürs Sitzpinkeln alle Lacher auf seiner Seite. Vor allem der prophetische Mäc Härder aber sorgte für Lachtränen beim Publikum: Wenn zu Guttenberg zurücktrete, könne er ja immer noch einen Copyshop eröffnen.

Auch die Dullnraamer hatten eine Delegation zur Gala geschickt. Unter anderem steuerten Ute und Rieke Weiherer mit ihrem Beitrag – Fragen an und Antworten von einer Rumänin, die Zuflucht im Frauenhaus fand – Nachdenkliches bei. Die Betroffene bezeichnete ihren ersten Tag dort als „meinen Befreiungstag“ und sprach von Beratung, Geduld und Verständnis, die sie dort erfahren habe.

Lizzy Aumeier, Trägerin des Deutschen Kabarettpreises 2010, hatte es offenbar nach einer Fernsehaufzeichnung in Hamburg nicht mehr rechtzeitig nach Fürth geschafft, um dort auf der Bühne zu stehen. Doch die Kabarettkollegen sprangen spontan in die Bresche — und so vermisste bei dieser gelungenen Benefizgala niemand etwas.

Marion Reinhardt

Fürther Nachrichten, 02.03.2011

Herrmanns Bonuspunkte

Brachte Veitshöchheimer Faschingsschwung mit: Hermann alias Werner Hofmann warf sich in der Comödie für das Frauenhaus ins Zeug. | Foto: ToMa

Spenden